Die Veröffentlichung des überparteilichen Krypto-Regulierungsgesetzes durch den US-Senat markiert einen Wendepunkt. Nach Jahren der regulatorischen Ungewissheit signalisiert dieser 278 Seiten starke Entwurf, oft als „Digital Asset Market Clarity Act“ (CLARITY) bezeichnet, eine potenziell imminente und tiefgreifende Veränderung für alle Krypto-Firmen, die in den Vereinigten Staaten operieren. Der lang ersehnte Schritt in der US Senat Krypto Regulierung versucht, das Chaos zu beenden, indem er klare Zuständigkeiten schafft. Doch nicht alle Details des Kompromisses sind unumstritten – insbesondere die Regeln für verzinsliche Stablecoins könnten den Wettbewerb neu definieren.
Das Ende des Wilden Westens? Marktstruktur durch Klarheit
Die zentrale Herausforderung der Kryptobranche war stets die Frage: Ist ein Token ein Wertpapier (zuständig: SEC) oder eine Ware (zuständig: CFTC)?
Der von Senatoren wie Tim Scott (R) vorangetriebene überparteiliche Entwurf führt ein „Lane System“ ein, um diese Zuständigkeiten klar zu trennen. Während die Securities and Exchange Commission (SEC) weiterhin für digitale Vermögenswerte zuständig wäre, die klar als Wertpapiere identifiziert werden, erhält die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) erweiterte Befugnisse über Tokens, die als Waren (Commodities) eingestuft werden.
Eine besondere Neuerung ist die Definition von „Ancillary Assets“ (Nebenvermögenswerten). Diese Kategorie berücksichtigt jene Network Tokens, die ursprünglich als Wertpapiere begannen (weil ihr Wert stark von den Bemühungen eines Initiators abhing), aber im Laufe der Zeit durch Dezentralisierung zu Commodity-ähnlichen Netzwerk-Assets heranreiften. Diese dynamische Klassifizierung soll der technologischen Realität des Sektors Rechnung tragen und der Industrie die nötige Planungssicherheit geben.
Safe Harbor für DeFi: Der Kontrolltest
Ein kritischer Bereich, der im Gesetz adressiert wird, ist der dezentrale Finanzsektor (DeFi). Die US Senat Krypto Regulierung erkennt die Notwendigkeit an, wirklich dezentrale Protokolle von regulierten Finanzintermediären abzugrenzen.
Der Entwurf etabliert einen „Control Test“: Nicht-verwahrte (non-custodial) Schnittstellen, die keine Benutzergelder halten, keine Private Keys kontrollieren und keine Berechtigung haben, Transaktionen zu blockieren, sollen einen gesetzlichen Freistellung (Safe Harbor) erhalten.
Darüber hinaus schützt eine überparteiliche Ergänzung Softwareentwickler und Infrastrukturanbieter davor, allein aufgrund der Erstellung oder Pflege von Code als Finanzintermediäre eingestuft zu werden. Dies sendet ein wichtiges Signal an die Entwicklergemeinschaft: Innovation in der Basisinfrastruktur soll nicht durch unnötige Regulierung erstickt werden.
Die Stablecoin-Kontroverse: Passive Erträge verboten
Der wohl kontroverseste Aspekt des Gesetzentwurfs betrifft die Regeln für Payment Stablecoins und die damit verbundenen Erträge.
Der Text sieht ein Verbot vor, Zinsen oder passive Erträge allein für das bloße Halten von Payment Stablecoins auszuzahlen. Dies ist ein direkter Schlag gegen Geschäftsmodelle, die darauf abzielen, Kleinanlegern einfache passive Renditen auf ihre gehaltenen digitalen US-Dollar-Äquivalente zu bieten.
Wer darf noch Zinsen zahlen?
Erträge sind weiterhin erlaubt, wenn sie an aktive Tätigkeiten geknüpft sind. Dazu gehören:
1. Transaktionen
2. Staking
3. Bereitstellung von Liquidität (Liquidity Provision)
4. Hinterlegung von Sicherheiten (Posting Collateral)
5. Teilnahme an der Netzwerk-Governance
Kritiker sehen in dieser Unterscheidung einen klaren Vorteil für traditionelle Banken. Da Krypto-Firmen, die keine Banklizenzen besitzen, in ihrer Fähigkeit eingeschränkt werden, mit passiven Zinssätzen zu konkurrieren, wird der Wettbewerb zugunsten der etablierten Finanzinstitute verschoben. Krypto-Lobbygruppen wie die Blockchain Association argumentieren, dass dies Innovationen behindert und die Auswahl der Verbraucher einschränkt.
FAQ zur US Senat Krypto Regulierung
1. Was ist das Hauptziel des Digital Asset Market Clarity Act (CLARITY)?
Das Hauptziel ist die Beseitigung der regulatorischen Unsicherheit in den USA, indem klare Zuständigkeiten (Jurisdiktion) zwischen der SEC und der CFTC für digitale Vermögenswerte definiert werden.
2. Wie wird im neuen Gesetz die Zuständigkeit zwischen SEC und CFTC aufgeteilt?
Der Entwurf führt ein „Lane System“ ein. Während die SEC weiterhin Wertpapiere reguliert, erhält die CFTC die Aufsicht über digitale Vermögenswerte, die als Waren (Commodities) eingestuft werden, sowie über die neu definierten „Ancillary Assets“.
3. Was sind „Ancillary Assets“?
Dabei handelt es sich um digitale Vermögenswerte, die Network Tokens umfassen, deren Wert ursprünglich von den Bemühungen eines Initiators abhing (was sie zu Wertpapieren machte), die aber im Laufe der Zeit zu dezentralen Netzwerk-Assets heranreiften.
4. Was bedeutet der „Control Test“ für DeFi-Plattformen?
Der Control Test schafft einen „Safe Harbor“ (gesetzliche Freistellung) für nicht-verwahrte DeFi-Schnittstellen. Plattformen sind geschützt, solange sie keine Benutzergelder verwahren, keine Private Keys kontrollieren und keine Berechtigung haben, Transaktionen zu blockieren.
5. Warum ist das Verbot passiver Stablecoin-Erträge so umstritten?
Dieses Verbot schränkt die Fähigkeit von Nicht-Banken-Krypto-Firmen ein, Zinsen allein für das Halten von Stablecoins zu zahlen. Kritiker befürchten, dass dies den Wettbewerb zugunsten traditioneller Banken verzerrt und innovative, passive Sparprodukte für die Krypto-Community einschränkt.
Fazit: Licht am Horizont, aber ein Kampf um Stablecoins
Die Veröffentlichung des umfassenden Gesetzestextes zur US Senat Krypto Regulierung ist zweifellos ein Meilenstein. Sie bietet die dringend benötigte Klarheit in Bezug auf die Marktstruktur, klärt die Rollen von SEC und CFTC und schützt Entwickler sowie non-custodial DeFi-Plattformen. Dies könnte eine neue Welle der Innovation in den USA freisetzen, indem es Unternehmen ermöglicht, ohne ständige Angst vor unangekündigten Klagen der Aufsichtsbehörden zu agieren.
Allerdings wird der Frieden nicht von Dauer sein. Die aggressive Regulierung passiver Stablecoin-Erträge ist ein klarer Versuch, traditionelle Banken zu privilegieren und die Konkurrenz aus dem Krypto-Sektor zu drosseln. Der legislative Prozess tritt nun in eine kritische Phase ein – die „Markup“-Sitzung. Hier wird sich zeigen, ob die Krypto-Lobby die umstrittenen Passagen zu Stablecoins noch abmildern kann, oder ob die regulatorische Klarheit einen hohen Preis in Form von eingeschränktem Wettbewerb und gehemmter Finanzinnovation mit sich bringt. Das Spiel ist eröffnet.
Quellen: theblock.co, cryptoslate.com, panewslab.com, bloomingbit.io, senate.gov, mexc.com, techflowpost.com, mexc.com, channelnewsasia.com, theblock.co, bingx.com,
Focus Keyphrase: US Senat Krypto Regulierung
Meta Description: Der US Senat Krypto Regulierung Text ist da: Erfahren Sie, wie der neue überparteiliche Gesetzentwurf die Aufsicht zwischen SEC und CFTC klärt und warum das geplante Verbot passiver Stablecoin-Erträge für Streit sorgt.


