Indien verschärft Krypto-Regeln: Live-Selfies und Geo-Tagging im Kampf gegen Geldwäsche

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Indien verschärft Krypto-Regeln: Live-Selfies und Geo-Tagging gegen die Anonymität

Indien verschärft Krypto-Regeln massiv. Die Zeiten, in denen Kryptowährungen im südasiatischen Land ein weitgehend unreguliertes Terrain darstellten, sind abrupt vorbei. Um Geldwäsche (AML) und Terrorismusfinanzierung (CFT) effektiver zu unterbinden, hat die Financial Intelligence Unit (FIU-India) im Rahmen des Prevention of Money Laundering Act (PMLA) eine Reihe von Maßnahmen erlassen, die die digitale Identitätsprüfung auf ein neues Level heben.

Die neuen Vorschriften machen Krypto-Dienstleister – sowohl indische als auch Offshore-Börsen – zu sogenannten „Reporting Entities“. Diese müssen nun nicht nur Transaktionen überwachen, sondern auch umfangreiche Kundendaten sammeln und diese mindestens fünf Jahre lang aufbewahren. Doch das wahre Novum liegt in der Radikalität der angewandten KYC-Techniken (Know Your Customer).

Revolutionäre KYC-Methoden: Überwachung in Echtzeit

Die regulatorischen Anforderungen zielen darauf ab, die pseudonyme Natur von Krypto-Transaktionen aufzubrechen und jede digitale Geldbewegung einer nachprüfbaren physischen Person zuzuordnen. Indien verschärft Krypto-Regeln nicht nur administrativ, sondern technologisch. Zu den bemerkenswertesten Anforderungen gehören:

1. Lebendigkeitserkennung und Live-Selfie

Bei der Kontoeröffnung muss der Nutzer ein Live-Selfie machen. Dieses Bild ist nicht statisch, sondern erfordert eine sogenannte „Liveness Detection“ (Lebendigkeitserkennung). Der Algorithmus prüft in Echtzeit minimale Bewegungen (wie Blinzeln oder Kopfnicken), um zu gewährleisten, dass es sich nicht um ein Deepfake oder ein Foto handelt. Dies soll Identitätsbetrug und die Verwendung gestohlener Dokumente verhindern.

2. Geo-Tagging und Standortverifizierung

Ein weiterer kritischer Schritt ist das Geo-Tagging. Die Krypto-Börsen sind verpflichtet, die exakten geographischen Koordinaten (Längen- und Breitengrad), den Zeitpunkt sowie die IP-Adresse des Geräts festzuhalten, mit dem ein Konto eröffnet wird. Diese Methode dient der besseren Verfolgung verdächtiger grenzüberschreitender oder unzulässiger Transaktionen und stellt sicher, dass die Identität nicht von einem anderen Standort aus missbräuchlich verwendet wird.

3. Penny-Drop-Verifizierung

Um die Verbindung zwischen dem digitalen Krypto-Konto und dem traditionellen Finanzsystem zu zementieren, wird die Inhaberschaft des Bankkontos des Nutzers über eine „Penny-Drop“-Überprüfung bestätigt. Dabei wird ein minimaler Betrag (meist 1 Rupie) überwiesen, um den Betriebsstatus des Kontos und die Übereinstimmung der Namen zu verifizieren.

Das Ende der Anonymität: Mixer und ICOs tabu

Die neuen Vorgaben ziehen klare rote Linien bei Tools, die zur Verschleierung von Transaktionsspuren dienen. Börsen dürfen keine Transaktionen erleichtern, die mit Tumblers, Mixern oder anonymitätssteigernden Tokens in Verbindung stehen. Solche Werkzeuge sind zwar technisch neutral, werden aber häufig von Kriminellen zur Verschleierung illegal erworbener Gelder genutzt.

Zudem rät die FIU den Plattformen dringend von der Erleichterung von Initial Coin Offerings (ICOs) und Initial Token Offerings (ITOs) ab. Diese gelten aufgrund ihrer oft undurchsichtigen Struktur und fehlenden zentralen Überwachung als extrem hochrisikoreich in Bezug auf AML/CFT.

Die strikte Umsetzung der globalen „Travel Rule“ wird ebenfalls forciert, insbesondere im Umgang mit nicht-verwahrten Wallets (unhosted wallets) und Peer-to-Peer-Überweisungen, um eine lückenlose Kette der Rechenschaftspflicht zu gewährleisten. Diese umfassenden Maßnahmen zeigen, dass Indien verschärft Krypto-Regeln in einer Weise, die internationale FATF-Standards nicht nur erfüllt, sondern in manchen Bereichen übertrifft.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

1. Was ist der PMLA und welche Rolle spielt die FIU-India?

Der Prevention of Money Laundering Act (PMLA) ist das zentrale indische Gesetz zur Bekämpfung der Geldwäsche. Die FIU-India (Financial Intelligence Unit) ist die nationale Behörde, die für die Entgegennahme, Verarbeitung und Analyse von Informationen über verdächtige Finanztransaktionen zuständig ist und nun die Krypto-Börsen direkt reguliert.

2. Warum sind Live-Selfies mit Lebendigkeitserkennung notwendig?

Sie sind notwendig, um sicherzustellen, dass die Person, die ein Konto eröffnet, physisch präsent ist und nicht nur ein gestohlenes oder gefälschtes Dokument (z.B. ein Foto) verwendet wird. Dies soll insbesondere Deepfakes und hochentwickelten Identitätsdiebstahl unterbinden.

3. Betrifft die Verschärfung auch ausländische Krypto-Börsen?

Ja. Alle Offshore-Krypto-Dienstleister, die indische Nutzer bedienen, müssen sich ebenfalls bei der FIU-India als „Reporting Entities“ registrieren und die strengen indischen KYC/AML-Vorschriften einhalten.

4. Was bedeutet das Verbot von Mixern und Tumblers für die indische Krypto-Community?

Das Verbot signalisiert das Ende der anonymen Transaktionsverschleierung auf regulierten Börsen. Während dies die Regulierungsziele unterstützt, sehen Datenschützer darin eine Einschränkung der finanziellen Privatsphäre, da legitime Nutzer diese Tools ebenfalls zum Schutz ihrer Daten verwenden können.

5. Wie oft müssen Hochrisikokunden ihre KYC-Daten aktualisieren?

Für Kunden, die als Hochrisiko eingestuft werden, müssen die KYC-Daten nun alle sechs Monate aktualisiert werden, während für normale Kunden eine jährliche Aktualisierung vorgeschrieben ist.


Fazit: Sicherheit gegen Privatsphäre

Die radikale Art und Weise, wie Indien verschärft Krypto-Regeln, setzt einen neuen globalen Standard in der Krypto-Regulierung. Durch die Einführung von Live-Selfies und Geo-Tagging verwandelt Indien die Krypto-Welt von einem Ort der Pseudonymität in eine hochgradig nachvollziehbare Umgebung. Die Maßnahmen sind ein direkter und kompromissloser Angriff auf die Nutzung digitaler Assets durch kriminelle Organisationen. Während diese strenge Ausrichtung die Compliance Indiens mit globalen Anti-Geldwäsche-Gremien (FATF) sichert und die Integrität des Finanzsystems stärkt, stellt sie gleichzeitig eine massive Belastung für die Privatsphäre der Nutzer dar. Der indische Ansatz zeigt klar: Im Konflikt zwischen nationaler Sicherheit und digitaler Anonymität gewinnt der Staat die Oberhand – ein Präzedenzfall, der weltweit aufmerksam beobachtet werden wird.

Quellen: insightsonindia.com, indiatimes.com, mexc.com, forumias.com, nextias.com, knnindia.co.in, arabictrader.com, ccn.com, coingape.com, thehindu.com,

Focus Keyphrase: Indien verschärft Krypto-Regeln

Meta Description: Um Terrorfinanzierung und Geldwäsche zu unterbinden, Indien verschärft Krypto-Regeln massiv. Erfahren Sie, welche radikalen neuen KYC-Methoden – von Live-Selfies bis Geo-Tagging – die indischen Börsen nun umsetzen müssen.


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