Der US-Derivatemarkt erlebt einen weiteren Schritt in Richtung institutioneller Akzeptanz digitaler Vermögenswerte. Die U.S. Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat ihre Richtlinien überarbeitet und damit die CFTC Stablecoin Collateral Regeln erweitert. Im Kern bedeutet dies: Bestimmte, von nationalen Treuhandbanken ausgegebene Stablecoins dürfen nun offiziell als Sicherheit (Margin/Collateral) für Kundenpositionen im hochvolatilen Derivatehandel verwendet werden. Dies ist keine kleine Fußnote, sondern ein entscheidendes regulatorisches Signal für die Verflechtung von traditionellem und digitalem Finanzwesen.
Die Korrektur einer unbeabsichtigten Auslassung
Die aktuelle Neufassung (eine Aktualisierung des Staff Letter 25-40) behebt eine kuriose Schieflage, die in einer früheren Regelung entstanden war. Im Dezember 2025 waren unbeabsichtigt nur Stablecoins zugelassen, die von staatlich regulierten Geldtransferunternehmen (Money Transmitters) emittiert wurden – nationale Treuhandbanken blieben außen vor. Diese Ungleichheit ist nun behoben.
Durch die Anpassung der CFTC Stablecoin Collateral Regeln wird ein Level Playing Field geschaffen. Dies stellt sicher, dass sowohl etablierte Stablecoin-Emittenten (wie Circle oder Paxos) als auch zukünftige Stablecoin-Initiativen nationaler Banken, die von Bundesbehörden beaufsichtigt werden, gleich behandelt werden. Die Erlaubnis erfolgt zunächst befristet unter dem Mantel einer sogenannten „No-Action Relief“, was den Behörden einen Sandbox-Ansatz ermöglicht.
Der GENIUS Act als Qualitätsfilter
Die Integration dieser digitalen Assets erfolgt nicht ohne strenge Auflagen. Die regulatorische Zulassung dieser Bank-Issued Stablecoins ist untrennbar mit den Vorgaben des GENIUS Act verbunden, einem wichtigen Bundesgesetz, das 2025 verabschiedet wurde. Dieses Gesetz definiert nationale Standards für „qualifizierte“ Stablecoins:
- Sie müssen vollständig gedeckt sein (Überdeckung ist oft gefordert).
- Sie müssen in einem 1:1-Verhältnis zu Fiat-Währungseinlagen oder kurzfristigen US-Staatsanleihen stehen.
- Sie unterliegen strengen Transparenz-, Audit- und Offenlegungspflichten.
Die CFTC Stablecoin Collateral Regeln stellen somit sicher, dass nur Stablecoins von höchster Liquidität und Stabilität in das Collateral-System der Derivatemärkte gelangen. Dies soll das systemische Risiko minimieren.
Risikomanagement im Fokus der FCMs
Futures Commission Merchants (FCMs), die diese digitalen Sicherheiten akzeptieren wollen, stehen vor der Herausforderung, ihre eigenen Risikomanagement- und Berichtsstandards zu verschärfen. Die CFTC verlangt verbesserte Protokolle zur Überwachung der Stabilität, Liquidität und der regulatorischen Einhaltung der verwendeten Stablecoins. Dieser Schritt erhöht die operationelle Komplexität für die FCMs, signalisiert aber gleichzeitig die Bereitschaft des Marktes, digitale Assets tief in die traditionelle Finanzinfrastruktur zu integrieren. Es ist ein Spagat zwischen Innovation und strenger Aufsicht.
FAQ zu den CFTC Stablecoin Collateral Regeln
1. Was genau hat die CFTC geändert?
Die CFTC hat den Staff Letter 25-40 aktualisiert, um Stablecoins, die von nationalen Treuhandbanken ausgegeben werden, explizit als zulässiges Kunden-Collateral (Margin) im Derivatehandel anzuerkennen. Dies korrigiert eine frühere, unbeabsichtigte Auslassung.
2. Warum sind Stablecoins von nationalen Treuhandbanken jetzt wichtig?
Die Zulassung schließt eine regulatorische Lücke und ermöglicht es bundesweit regulierten Banken, in den Markt für Zahlungssicherheiten einzusteigen. Dies erhöht die Glaubwürdigkeit und Stabilität der verfügbaren Stablecoins als Sicherheit.
3. Was ist der GENIUS Act und welche Rolle spielt er hierbei?
Der GENIUS Act ist ein US-Bundesgesetz von 2025, das nationale Standards für Stablecoins festlegt (1:1-Deckung, Transparenz). Die CFTC-Änderungen gelten nur für Stablecoins, die diesen strengen Anforderungen des GENIUS Act entsprechen.
4. Welche Risiken bleiben für FCMs bestehen?
Obwohl die Stablecoins streng reguliert sind, müssen FCMs erhöhte Berichts- und Risikomanagementstandards erfüllen. Sie tragen die Verantwortung für die ständige Überwachung der Liquidität und regulatorischen Einhaltung der akzeptierten Stablecoins.
5. Was bedeutet diese Änderung langfristig für den Derivatemarkt?
Langfristig ebnet dies den Weg für eine breitere Integration digitaler Assets als effiziente und hochliquide Collateral-Form. Es kann die Abwicklung beschleunigen und die Kapitaleffizienz im Derivatehandel verbessern.
Fazit
Die Erweiterung der CFTC Stablecoin Collateral Regeln ist ein pragmatischer und notwendiger Schritt zur Modernisierung der US-Finanzmärkte. Indem die Aufsichtsbehörde die Tür für Bank-Issued Stablecoins öffnet, die den strengen Anforderungen des GENIUS Act genügen, schließt sie nicht nur eine regulatorische Lücke, sondern fördert gleichzeitig die Nutzung hochliquider digitaler Assets. Es zeigt sich einmal mehr: Klare Regulierung ist die notwendige Voraussetzung für die institutionelle Skalierung. Die Integration von Stablecoins als Collateral könnte die Kapitalzirkulation effizienter machen, doch die Einhaltung der strengen Risikomanagement-Standards durch die FCMs wird entscheidend sein, um die Stabilität des Derivatesystems angesichts neuer Asset-Klassen zu gewährleisten.
Quellen: mexc.co, cryptoadventure.com, binance.com, stocktwits.com, mk.co.kr, gibsondunn.com, coinmarketcap.com, tradingview.com,
Focus Keyphrase: CFTC Stablecoin Collateral Regeln
Meta Description: Die CFTC erweitert offiziell die Zulassung digitaler Vermögenswerte. Erfahren Sie, warum nun auch Bank-Issued Stablecoins als Collateral im Derivatehandel dienen dürfen und welche Rolle der strenge GENIUS Act spielt.


