Skandal enthüllt: Die 1-Milliarde-Dollar IRGC Krypto-Pipeline lief mitten durch London

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Die heimliche Finanzbrücke: Wie Irans Revolutionsgarden westliche Sanktionen umgingen

Die jüngsten Enthüllungen über eine milliardenschwere Schattenoperation des iranischen Islamischen Revolutionskorps (IRGC) werfen ein Schlaglicht auf die kritischen Schwachstellen der globalen Finanzkontrolle. Trotz weitreichender internationaler Sanktionen gelang es der Organisation, eine robuste Infrastruktur zur Umgehung dieser Beschränkungen zu schaffen. Herzstück dieser Operation war eine ausgeklügelte IRGC Krypto-Pipeline, die Schätzungen zufolge etwa 1 Milliarde US-Dollar über britisch registrierte Plattformen transferierte.

Die Ergebnisse, die hauptsächlich auf Untersuchungen der Blockchain-Forensikfirma TRM Labs basieren, zeigen, wie digitale Währungen längst zum bevorzugten Kanal für staatlich geförderte kriminelle Finanzierung geworden sind – und dass die Überwachung in westlichen Jurisdiktionen hinterherhinkt.

Die Architektur des Schattenbankwesens

Die IRGC Krypto-Pipeline stützte sich auf die Kryptowährungsbörsen Zedcex und Zedxion. Obwohl die Plattformen behaupteten, unabhängige Handelsplätze mit strengen Anti-Geldwäsche-Programmen (AML) zu sein, operierten sie analytischen Berichten zufolge faktisch als eine einzige Entität, die im Vereinigten Königreich registriert war.

  • Volumen und Eskalation: Zwischen 2023 und Anfang 2025 sollen schätzungsweise 56 % des gesamten Transaktionsvolumens dieser Börsen auf IRGC-bezogene Aktivitäten entfallen sein. Die Überweisungen stiegen dabei massiv an: von 24 Millionen US-Dollar im Jahr 2023 auf 619 Millionen US-Dollar im Jahr 2024.
  • Die Wahl der Währung: Fast alle Transaktionen wurden über die Stablecoin Tether (USDT) auf der TRON-Blockchain abgewickelt. Diese Kombination bietet niedrige Gebühren, hohe Liquidität und ist schwieriger zentral zu kontrollieren, was sie ideal für die Sanktionsumgehung macht.

Der britische Registrierungsschwachpunkt

Der Fall Zedcex/Zedxion demonstriert eine regulatorische Grauzone im Vereinigten Königreich, die von sanktionierten Akteuren bewusst ausgenutzt wird. Die Börsen waren lediglich im Vereinigten Königreich registriert (incorporated), was ihnen einen Anschein von Legitimität verlieh, operierten aber funktional „Offshore“.

Die Registrierung bei der britischen Financial Conduct Authority (FCA) für die Einhaltung der Geldwäschevorschriften ist nicht gleichzusetzen mit einer vollständigen Autorisierung. Diese Unterscheidung schuf eine Lücke, durch die die iranischen Finanziers ihre Operationen weitgehend unbemerkt steuern konnten. Der Vorfall setzt die britischen Aufsichtsbehörden, insbesondere das Office of Financial Sanctions Implementation (OFSI), massiv unter Druck, die Überprüfung von im Land registrierten Krypto-Dienstleistern radikal zu verschärfen.

Direkte Finanzierung terroristischer Netzwerke

Der Beweis für die direkte Nutzung der IRGC Krypto-Pipeline liegt in der Verfolgung spezifischer Transfers. Analysen dokumentierten Zahlungsströme von IRGC-zugeordneten Wallets und den Adressen der britisch registrierten Börsen hin zu sanktionierten Finanziers.

Besonders brisant: Es wurden Transfers von über 10 Millionen US-Dollar an Adressen nachgewiesen, die mit Sa’id Ahmad Muhammad al-Jamal in Verbindung stehen. Al-Jamal ist ein vom US-Finanzministerium sanktionierter Geschäftsmann, der eine Schlüsselrolle bei der Finanzierung der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz im Jemen spielt. Darüber hinaus brachten Unternehmensunterlagen die Börsen in Verbindung mit Babak Morteza Zanjani, einem berüchtigten iranischen Finanziers, der bereits früher wegen Geldwäsche für das Regime sanktioniert war.


FAQ: Die IRGC Krypto-Pipeline

1. Was genau ist das IRGC und warum ist seine Finanzierung problematisch?
Das Islamische Revolutionskorps (IRGC) ist eine militärische Organisation des Iran, die von den USA und anderen westlichen Staaten als terroristisch eingestuft und mit umfassenden Sanktionen belegt wird. Seine Finanzierung dient der Unterstützung des Regimes, der Stabilisierung regionaler Stellvertreter (wie der Huthi) und der Umgehung internationaler Beschränkungen.

2. Warum wählte das IRGC Kryptowährungen und nicht das traditionelle Bankensystem?
Das traditionelle SWIFT- und Bankensystem ist für sanktionierte Entitäten weitgehend gesperrt. Kryptowährungen, insbesondere Stablecoins auf dezentralen Blockchains wie TRON, bieten eine schnelle, kostengünstige und pseudo-anonyme Infrastruktur, die internationale Grenzen ohne die Notwendigkeit westlicher Korrespondenzbanken überschreitet.

3. Wie konnte die Pipeline durch das Vereinigte Königreich laufen?
Die beteiligten Börsen waren im Vereinigten Königreich lediglich registriert (incorporated), was nicht gleichbedeutend mit einer vollen Regulierung durch die FCA ist. Diese Diskrepanz zwischen Registrierung und operativer Offshore-Tätigkeit bot eine rechtliche Grauzone, die als Anker für die kriminellen Finanzströme genutzt wurde.

4. Wie hoch war das geschätzte Gesamtvolumen der IRGC-Transaktionen?
Laut den forensischen Berichten wurden über die Plattformen Zedcex und Zedxion seit 2023 schätzungsweise etwa 1 Milliarde US-Dollar transferiert, wobei über die Hälfte dieses Volumens direkt oder indirekt dem IRGC zugeordnet werden konnte.

5. Welche Kryptowährung wurde für die IRGC Krypto-Pipeline hauptsächlich genutzt?
Die Transaktionen wurden fast ausschließlich mit Tether (USDT), einem an den US-Dollar gekoppelten Stablecoin, durchgeführt, wobei die TRON-Blockchain als technisches Fundament diente.


Fazit: Das Versagen der Aufsicht

Die Enthüllungen über die IRGC Krypto-Pipeline sind mehr als nur ein weiterer Fall von Sanktionsumgehung; sie sind ein Weckruf an westliche Regulierungsbehörden. Sie zeigen, dass die vermeintlich sicheren und streng überwachten Finanzzentren wie das Vereinigte Königreich unbeabsichtigt zu Transferpunkten für staatlich geförderte illegale Gelder werden können. Solange die regulatorische Schere zwischen der schnellen Innovation dezentraler Finanzen und den langsamen Mühlen der nationalen Gesetzgebung so weit auseinanderklafft, werden sanktionierte Entitäten wie das IRGC weiterhin in der Lage sein, robuste, dauerhafte Schattenbanken aufzubauen. Die Glaubwürdigkeit der westlichen Sanktionspolitik steht auf dem Spiel, wenn Milliardenbeträge in derart offensichtlichen Grauzonen verschoben werden können.

Quellen: bitget.com, financemagnates.com, crypto.news, trmlabs.com, coinlaw.io, weex.com, bravenewcoin.com, dimsumdaily.hk, taylortailored.co.uk, crowdfundinsider.com,

Focus Keyphrase: IRGC Krypto-Pipeline

Meta Description: Wie konnte das Islamische Revolutionskorps (IRGC) trotz Sanktionen 1 Milliarde US-Dollar verschieben? Eine Analyse zeigt die Nutzung einer IRGC Krypto-Pipeline über britisch registrierte Börsen.


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