Ethereum Rollup-Strategie überarbeitet: Vitalik Buterin fordert Pivot zur Spezialisierung

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Vitalik Buterin, Mitbegründer von Ethereum, hat die gesamte Ethereum Rollup-Strategie überarbeitet und neu bewertet. Er verkündete, dass die ursprüngliche Roadmap, die L2-Netzwerke als die primäre und universelle Skalierungslösung sah, nicht mehr haltbar ist. Der Grund: Die L2s dezentralisieren viel langsamer als geplant, während die Ethereum Layer 1 (L1) selbst unerwartet schnell Fortschritte macht.

Dieser radikale strategische Pivot bedeutet, dass Rollups ihre Daseinsberechtigung neu definieren müssen. Sie sollen nicht länger nur Skalierungserweiterungen sein, sondern eigenständige, spezialisierte Protokolle mit einzigartigen Angeboten.

Das Dilemma der verzögerten Dezentralisierung

Buterins größte Kritik richtet sich gegen die Langsamkeit, mit der Layer-2-Netzwerke die notwendigen Dezentralisierungsstufen erreichen. Viele Projekte verharren auf „Stage 0“ oder „Stage 1“, was bedeutet, dass sie immer noch stark zentralisierte Kontrollmechanismen, wie zentrale Sequenzer oder Notfall-Upgrades, nutzen, die von einem einzigen Team kontrolliert werden.

Einige L2-Projekte haben laut Buterin sogar signalisiert, dass sie regulatorische oder geschäftliche Gründe dafür sehen, nie die finale „Stage 2“ der Dezentralisierung zu erreichen. Diese Stufe würde die vollständige Übertragung der Kontrollmacht an die L1-Validatoren oder dezentrale Governance-Strukturen erfordern.

Buterins Schlussfolgerung ist scharf: Rollups, die sich weigern, die Dezentralisierung ernsthaft anzustreben, sollten nicht mehr als die „gebrandeten Shards“ oder garantierte Erweiterungen Ethereums betrachtet werden. Sie sind unabhängige Protokolle, die ihre eigenen Sicherheits-Trade-offs machen.

Die L1-Überraschung: Ethereum skaliert auch ohne L2-Zwang

Ein weiterer zentraler Faktor, der die Ethereum Rollup-Strategie überarbeitet hat, ist der unerwartete Erfolg der Basisschicht (L1) selbst. Entgegen früherer Befürchtungen sind die Gas-Gebühren stabil niedrig geblieben, und technische Verbesserungen deuten darauf hin, dass die L1-Kapazität bis 2026 weiter exponentiell steigen wird.

Dadurch entfällt die ursprüngliche Notwendigkeit, L2s als die alleinige und zwingende Lösung für grundlegenden Transaktionsdurchsatz zu betrachten. Ethereum kann einen Großteil der Finanztransaktionen direkt und effizient abwickeln.

Der Pivot: L2s als Spezialisten und unabhängige Protokolle

Anstatt sich auf die bloße Skalierung zu konzentrieren, fordert Buterin die L2-Entwickler auf, sich auf Spezialisierung zu verlegen. Die neue Rolle für Layer-2-Lösungen liegt in der Schaffung von Mehrwert, der über die reine Gebührenreduzierung hinausgeht. Dazu gehören:

  1. Privacy-Fokus: Entwicklung von L2s, die sich auf Zero-Knowledge-Technologie für datenschutzorientierte Transaktionen spezialisieren.
  2. Anwendungsspezifische Effizienz: Rollups, die für extrem hohe Anforderungen wie Gaming, IoT oder Mikrozahlungen optimiert sind und geringe Latenz garantieren.
  3. Nicht-Finanzielle Anwendungsfälle: Die Schaffung von Ökosystemen für Governance, Identitätsmanagement oder soziale Netzwerke, die von der L1-Sicherheit profitieren, aber spezifische Anforderungen außerhalb des reinen Finanzwesens erfüllen.

Netzwerke, die diesen Weg gehen, werden zu Protokollen mit eigenem Charakter und Marktsegment, anstatt nur Kopien der Ethereum Virtual Machine (EVM) zu sein, die ein bisschen billiger sind.


FAQ zur neuen Ethereum Rollup-Strategie

1. Was ist der Kernpunkt der Überarbeitung der Rollup-Strategie?
Der Kernpunkt ist, dass L2s nicht schnell genug dezentralisieren, während L1s Skalierungsziele schneller erreichen. Buterin fordert daher, dass L2s nicht mehr primär für universelle Skalierung, sondern für spezialisierte Funktionen (wie Datenschutz oder Gaming) eingesetzt werden.

2. Was bedeutet die langsame Dezentralisierung der L2s?
Viele Rollups behalten zentralisierte Kontrollmechanismen (z.B. durch zentrale Sequenzer oder Multi-Sig-Wallets für Upgrades). Sie haben die angestrebte „Stage 2“ noch nicht erreicht, bei der die Kontrolle vollständig dezentralisiert und die Sicherheit direkt durch die Ethereum L1 garantiert wird.

3. Was meint Vitalik Buterin mit „gebrandeten Shards“?
Ursprünglich wurden L2s als „Marken-Shards“ von Ethereum angesehen – quasi abgetrennte, aber garantierte Teile des Ethereum-Ökosystems. Wenn sie jedoch die Dezentralisierungsanforderungen nicht erfüllen, verlieren sie diesen Status und gelten als unabhängige Protokolle mit eigenen Sicherheitsrisiken.

4. Was sind die geforderten neuen Schwerpunkte für L2s?
Die neuen Schwerpunkte liegen auf Mehrwertdiensten wie verbesserter Privatsphäre, extremer Latenzreduktion (wichtig für Gaming) und der Entwicklung nicht-finanzieller Anwendungen, anstatt nur die Transaktionsgebühren zu senken.

5. Beeinflusst diese Neubewertung die Gesamt-Skalierbarkeit von Ethereum negativ?
Nein. Buterin argumentiert, dass die L1 (Basisschicht) selbst so gut skaliert, dass der Druck auf L2s, die universelle Skalierung sofort zu übernehmen, gesunken ist. Die Gesamtskalierbarkeit wird durch die Spezialisierung der L2s sogar diversifizierter und robuster.


Fazit: Weg vom Einheitsbrei, hin zum pluralistischen Ökosystem

Die Neubewertung der Ethereum Rollup-Strategie überarbeitet markiert einen wichtigen Reifungsschritt im Ethereum-Ökosystem. Sie ist eine Abkehr von der Vorstellung, dass alle Rollups gleich sein müssen und nur eine einzige Funktion (Skalierung) erfüllen. Stattdessen bewegen wir uns auf ein pluralistisches Ökosystem zu, in dem nur jene L2s, die vollständige Dezentralisierung erreichen, als wahre Erweiterungen Ethereums gelten dürfen. Die anderen müssen sich als spezialisierte, wettbewerbsfähige Protokolle mit eigenem Profil behaupten. Dies erhöht die Vielfalt, stellt aber auch höhere Anforderungen an die L2-Projekte, da bloße Gebührenvorteile allein nicht mehr ausreichen.

Quellen: theblock.co, dropstab.com, cryptotimes.io, yellow.com, bloomingbit.io, ainvest.com,

Focus Keyphrase: Ethereum Rollup-Strategie überarbeitet

Meta Description: Vitalik Buterin hat die Ethereum Rollup-Strategie überarbeitet und fordert L2s auf, sich auf Spezialisierung (Privacy, Gaming) zu konzentrieren, da die Dezentralisierung zu langsam voranschreitet.


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