Die Financial Conduct Authority (FCA) steht kurz davor, den Kryptomarkt im Vereinigten Königreich tiefgreifend umzugestalten. Mit dem Konsultationspapier FCA CP26/4 Krypto-Regeln zielt die Aufsichtsbehörde darauf ab, die volatile Welt der digitalen Assets fest in das etablierte Regelwerk traditioneller Finanzdienstleistungen zu integrieren. Diese Annäherung schafft Klarheit, setzt aber auch hohe Hürden für Unternehmen – insbesondere für internationale Akteure.
Das Ziel von CP26/4 ist es, Marktintegrität zu schaffen, den Verbraucherschutz massiv zu erhöhen und gleichzeitig einen regulierten Raum für Innovation zu bieten. Die neuen Regeln erzwingen eine Professionalisierung, die den britischen Kryptosektor konsolidieren und nachhaltig verändern wird.
1. Die neue Ära des Verbraucherschutzes: Die Consumer Duty
Die wohl weitreichendste Veränderung ist die Ausdehnung der sogenannten „Consumer Duty“ auf Kryptounternehmen. Diese Pflicht verlangt von lizenzierten Firmen, dass sie im besten Interesse ihrer Kunden handeln. Für Krypto-Anbieter bedeutet das:
- Fairer Wert: Nachweis, dass die angebotenen Krypto-Produkte einen fairen Wert für den Kunden darstellen.
- Transparenz: Deutliche, nicht irreführende Offenlegungen und Marketingmaterialien.
- Produkthaftung: Emittenten von Kryptowährungen und Handelsplattformen werden als „Produkthersteller“ eingestuft und tragen eine spezifische Verantwortung für das Design und die Überwachung ihrer digitalen Assets.
Wer diesen Standards nicht genügt, wird voraussichtlich keine Lizenz im Vereinigten Königreich erhalten.
2. Integration in die Streitbeilegung: FOS, aber kein FSCS
Um das Vertrauen der Verbraucher zu stärken, integriert die FCA die Krypto-Aktivitäten in die etablierten Mechanismen zur Beschwerdebeilegung, wenngleich mit einer entscheidenden Lücke bei der Entschädigung:
- Zugang zum FOS: Regulierte Kryptodienstleistungen fallen zukünftig unter die Zuständigkeit des Financial Ombudsman Service (FOS). Das bedeutet, Kunden können bei Streitigkeiten einen unabhängigen Schlichter einschalten, der verbindliche Entschädigungen von bis zu 350.000 £ aussprechen kann. Dies ist ein gewaltiger Gewinn an Sicherheit für Anleger.
- Kein FSCS-Schutz: Wichtig ist jedoch, dass die FCA entschieden hat, den Financial Services Compensation Scheme (FSCS) nicht auf Krypto-Assets auszuweiten. Gerät ein lizenziertes Kryptounternehmen in die Insolvenz, erhalten Kunden keine staatliche Entschädigung für verlorene Anlagegelder. Dies unterstreicht die weiterhin bestehende Risikoklassifizierung von Kryptowerten.
3. Die Barriere für internationale Krypto-Giganten
Die neuen FCA CP26/4 Krypto-Regeln stellen insbesondere für globale Akteure eine Herausforderung dar. Um britische Kunden (sowohl Privat- als auch Großkunden) zu bedienen, müssen internationale Kryptofirmen:
- Eine eigene juristische Person im Vereinigten Königreich gründen. Dies dient der Gewährleistung einer effektiven lokalen Aufsicht und Rechenschaftspflicht. Diese Anforderung ist strenger, als sie oft im traditionellen Finanzwesen gehandhabt wird, und dient als klares Signal: Wer in Großbritannien Geschäfte machen will, muss dort präsent und greifbar sein.
Zudem werden hohe Anforderungen an die Governance gestellt, inklusive der Anwendung des Senior Managers & Certification Regime (SM&CR), welches persönliche Rechenschaftspflicht für leitende Angestellte vorsieht.
FAQ: Die wichtigsten Fragen zu CP26/4
1. Wann treten die neuen FCA CP26/4 Krypto-Regeln in Kraft?
Die FCA plant die Veröffentlichung der endgültigen Regeln für Ende 2026. Das gesamte Regime soll voraussichtlich im Oktober 2027 in Kraft treten.
2. Was genau ist die „Consumer Duty“ und wen betrifft sie?
Die Consumer Duty ist eine umfassende Verbraucherpflicht, die verlangt, dass Finanzdienstleister im besten Interesse ihrer Kunden handeln. Sie betrifft alle Kryptounternehmen, die mit Privatkunden interagieren, und umfasst Anforderungen an Produktwert, Kommunikation und Support.
3. Was bedeutet der Zugang zum FOS für Krypto-Nutzer?
Der Financial Ombudsman Service (FOS) bietet Nutzern eine unabhängige Anlaufstelle für Beschwerden gegen regulierte Kryptofirmen. Er kann verbindliche Entschädigungen bis zu 350.000 £ aussprechen, was eine deutliche Verbesserung des Rechtsschutzes darstellt.
4. Sind meine Krypto-Einlagen durch die FCA versichert?
Nein. Im Gegensatz zu Bankeinlagen oder traditionellen Investments werden Krypto-Assets nicht vom Financial Services Compensation Scheme (FSCS) abgedeckt. Im Falle einer Insolvenz des Anbieters sind Anlageverluste nicht versichert.
5. Müssen ausländische Kryptobörsen eine UK-Tochter gründen?
Ja, die Vorschläge sehen vor, dass internationale Unternehmen, die britische Kunden bedienen möchten, eine eigene juristische Einheit im Vereinigten Königreich gründen und dort entsprechend lizenziert werden müssen.
Fazit: Konsolidierung und Kontinuität
Die FCA CP26/4 Krypto-Regeln markieren einen historischen Schritt weg von der Wild-West-Ära der Kryptowährungen hin zu einem hochregulierten, finanztechnologischen Sektor. Während der erweiterte Verbraucherschutz und der Zugang zum FOS das Vertrauen der Bevölkerung in digitale Assets stärken werden, führen die strengen Governance- und Lokalisierungsanforderungen unweigerlich zu einer Marktbereinigung. Kleinere, international agierende oder schlecht kapitalisierte Unternehmen werden den Aufwand kaum stemmen können. Großbritannien positioniert sich damit als anspruchsvoller, aber vertrauenswürdiger Hub für Krypto-Innovationen, der Kontinuität und Professionalität über die reine Geschwindigkeit der Adoption stellt.
Quellen: fca.org.uk, bingx.com, mexc.co, mexc.co, linklaters.com, cryptocoin.news, fca.org.uk,
Focus Keyphrase: FCA CP26/4 Krypto-Regeln
Meta Description: Die FCA veröffentlicht CP26/4 und zwingt Kryptounternehmen im Vereinigten Königreich zu drastischen Änderungen. Erfahren Sie, wie die neuen **FCA CP26/4 Krypto-Regeln** Verbraucherschutz und Marktintegrität neu definieren.


