Game Changer oder Experiment? Bermuda baut die erste Fully Onchain Economy der Welt
Im Januar 2026 sorgte eine Ankündigung auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos für Aufsehen: Bermuda plant, mit strategischer Unterstützung von Coinbase und Circle, die weltweit erste vollständig digitale und krypto-native Volkswirtschaft aufzubauen. Dieses ambitionierte Projekt, bekannt als die Bermuda Onchain Economy, verspricht, die traditionelle Finanzinfrastruktur des Inselstaates radikal zu modernisieren und gleichzeitig ein reales Labor für die Zukunft des digitalen Geldes zu schaffen.
Was bedeutet eine „Fully Onchain National Economy“?
Das Konzept einer „Onchain-Volkswirtschaft“ geht weit über die bloße Akzeptanz von Kryptowährungen hinaus. Es beschreibt die Nutzung digitaler Vermögenswerte (Digital Assets) als primäre, alltägliche finanzielle Infrastruktur. Ziel ist es, die gesamte ökonomische Aktivität Bermudas – von den Zahlungssystemen für KMUs über öffentliche Dienstleistungen bis hin zu komplexen Transaktionen im Versicherungs- und Bankensektor – auf Blockchain-Technologie umzustellen.
Für eine kleine, stark vom internationalen Geschäft abhängige Nation wie Bermuda bietet die Bermuda Onchain Economy die Chance, teure, langsame und restriktive traditionelle „Payment Rails“ hinter sich zu lassen.
Die strategischen Partner: Coinbase, Circle und USDC
Die Umsetzung dieser Vision stützt sich maßgeblich auf die Expertise und Infrastruktur zweier Giganten der Digital-Finance-Welt:
- Circle und USDC: Der Stablecoin USDC (an den US-Dollar gekoppelt) ist als primäres digitales Zahlungsmittel vorgesehen. Seine Stabilität und globale Akzeptanz sollen schnelle, kostengünstige und dollarbasierte Zahlungen im gesamten Archipel ermöglichen.
- Coinbase und Base: Coinbase stellt Infrastruktur und Tools bereit und nutzt Berichten zufolge sein Layer-2-Netzwerk Base für die Abwicklung der Transaktionen. Dies soll Skalierbarkeit und niedrige Gebühren gewährleisten.
Die Partnerschaft umfasst auch landesweite Schulungsprogramme, um Einwohner und Unternehmen reibungslos in die neue digitale Ära der Bermuda Onchain Economy zu begleiten.
Ziele, Chancen und kritische Fragen
Premier E. David Burt strebt mit der Transformation eine gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit, Inklusivität und Widerstandsfähigkeit an. Das Projekt baut auf dem 2018 eingeführten Digital Asset Business Act (DABA) auf, der Bermuda bereits frühzeitig als Krypto-freundliche Jurisdiktion positionierte. Pilotprojekte, wie der 2025 durchgeführte Airdrop von 100 USDC an Einwohner zur Nutzung bei lokalen Händlern, zeigten bereits die Machbarkeit.
Dennoch wirft das Vorhaben kritische Fragen auf:
- Abhängigkeit: Trotz der Betonung der Souveränität macht sich die Volkswirtschaft stark von zwei großen US-amerikanischen Kryptounternehmen und dem US-Dollar-Ökosystem (USDC) abhängig. Was passiert bei regulatorischen Änderungen in den USA?
- Datenschutz: Wie wird der Datenschutz bei einer „Fully Onchain“-Infrastruktur gewährleistet, insbesondere wenn die Regierung selbst die Infrastruktur für öffentliche Dienste nutzt?
- Akzeptanz: Obwohl die Regierung betont, dass die Teilnahme freiwillig ist, hängt der Erfolg der Bermuda Onchain Economy von der breiten Akzeptanz und der digitalen Kompetenz der gesamten Bevölkerung ab.
FAQ zur Bermuda Onchain Economy
1. Was ist der Hauptvorteil der Onchain Economy für Bermuda?
Der Hauptvorteil liegt in der drastischen Senkung der Transaktionskosten und der Beschleunigung grenzüberschreitender Zahlungen. Traditionelle Zahlungssysteme sind für kleine Inselstaaten oft unverhältnismäßig teuer, was die Wettbewerbsfähigkeit bremst.
2. Wird Bermuda eine eigene Kryptowährung einführen?
Nein. Die Initiative stützt sich auf den existierenden Stablecoin USDC, der an den US-Dollar gekoppelt ist. Dies vermeidet die komplexen Herausforderungen der Einführung einer nationalen Zentralbank-Digitalwährung (CBDC).
3. Welche Rolle spielt Coinbase’s Base-Netzwerk?
Base, das Layer-2-Netzwerk von Coinbase, wird voraussichtlich für die schnelle und kostengünstige Abwicklung der Transaktionen genutzt, um die Haupt-Blockchain zu entlasten und Skalierbarkeit für den nationalen Zahlungsverkehr zu bieten.
4. Sind die Bürger verpflichtet, Onchain-Zahlungen zu nutzen?
Die Regierung hat betont, dass die Teilnahme an den Onchain-Tools für Einwohner und Unternehmen freiwillig ist. Der Übergang wird schrittweise und anreizbasiert erfolgen, um die Akzeptanz zu fördern.
5. Seit wann beschäftigt sich Bermuda mit digitalen Assets?
Bermuda ist ein früher Vorreiter. Bereits 2018 etablierte der Inselstaat den Digital Asset Business Act (DABA), einen umfassenden Rechtsrahmen, der digitale Vermögenswerte reguliert.
Fazit
Die Bermuda Onchain Economy ist mehr als nur ein Technologie-Upgrade; sie ist ein kühnes geopolitisches Manöver. Bermuda positioniert sich damit als Pionier und Hub für globale Digital-Finance-Lösungen. Sollte das Experiment gelingen, könnte es das Modell für andere kleine, handelsorientierte Nationen werden, die nach effizienteren und inklusiveren Finanzsystemen suchen. Es ist ein Lackmustest für die Frage, ob dezentrale Technologien tatsächlich die Grundlage für einen souveränen, modernen Nationalstaat bilden können. Die Welt schaut gespannt zu, ob diese Inselnation die Zukunft des Geldes erfolgreich vorwegnehmen wird.
Quellen: circle.com, cryptopolitan.com, benzinga.com, theblock.co, techflowpost.com, tradingview.com, pymnts.com, royalgazette.com, finviz.com,
Focus Keyphrase: Bermuda Onchain Economy
Meta Description: Bermuda plant, die weltweit erste vollständig Onchain-Volkswirtschaft zu werden – unterstützt von Coinbase und Circle. Erfahren Sie, was diese Transformation für die globale Finanzwelt bedeutet und welche Risiken sie birgt.


