Die ING Deutschland, eine der größten Direktbanken des Landes, hat einen signifikanten Schritt in Richtung Digitalisierung des traditionellen Wertpapierhandels vollzogen. Kunden können nun über ihr gewohntes Depot in ING Krypto ETPs (Exchange Traded Products) investieren. Diese Produkte bieten einen regulierten, wenngleich indirekten, Zugang zu prominenten Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum und Solana.
Dieser Vorstoß reagiert auf die jahrelang aufgebaute Nachfrage institutioneller und privater Anleger, die sich im Krypto-Markt engagieren wollen, ohne sich mit den technischen Komplexitäten eigener Wallets oder unregulierter Börsen auseinandersetzen zu müssen. Doch was bedeutet diese „Depot-Revolution“ wirklich für den durchschnittlichen ING-Kunden?
Der indirekte Weg: Was steckt hinter den ING Krypto ETPs?
Kunden, die bei der ING in Kryptowährungen investieren, erwerben keine direkten Coins. Stattdessen handeln sie ETPs (oft auch ETNs genannt), die börsengehandelte Schuldverschreibungen sind. Diese Produkte bilden den Kurs der zugrunde liegenden Kryptowährung ab, gelten aber rechtlich als Wertpapiere.
Die ING listet dabei ETPs von Schwergewichten wie iShares (BlackRock), 21Shares, VanEck und WisdomTree. Das Angebot deckt nicht nur die Marktführer Bitcoin und Ethereum ab, sondern auch Altcoins wie Solana. Besonders interessant sind die Staking-fähigen Varianten, die es Anlegern ermöglichen, potenziell zusätzliche Erträge aus dem Staking zu erzielen – eine Funktion, die im traditionellen Brokerage-Umfeld eine Neuheit darstellt.
Sicherheit und Tücken: Depot statt Wallet
Der größte Vorteil dieser Lösung ist die Einfachheit und die regulatorische Einbettung. Kunden nutzen ihre gewohnte Oberfläche, die Abwicklung erfolgt über die Börse, und die ETPs werden im Direkt-Depot verwahrt.
Allerdings birgt der indirekte Handel auch kritische Aspekte: Da es sich um Schuldverschreibungen handelt, gehen Anleger ein Emittentenrisiko (Kontrahentenrisiko) ein. Im Falle einer Insolvenz des Emittenten ist die Anlage zwar meist durch Sicherheiten (die tatsächlichen Coins) geschützt, die Abwicklung kann jedoch kompliziert und langwierig sein. Zudem fallen in der Regel höhere Managementgebühren an, als wenn die Kryptos direkt gehalten würden.
Die Hürde: Warum der Wissenstest obligatorisch ist
Bevor ING-Kunden in die volatilen ING Krypto ETPs investieren können, müssen sie einen obligatorischen Wissenstest bestehen. Dieser Schritt ist ein klarer Hinweis auf die hohe Volatilität und Komplexität der Anlageklasse. Die Bank erfüllt damit ihre Pflichten zum Anlegerschutz, da Kryptowährungs-ETPs nicht für jeden Anleger geeignet sind.
Der Test soll sicherstellen, dass Kunden die Mechanismen (wie die Indexabbildung) und vor allem die Risiken (wie Totalverlust und Kursschwankungen) verstehen. Während einige diesen Test als lästige Formalität empfinden mögen, unterstreicht er die Differenzierung von Krypto-Assets gegenüber traditionellen Aktien oder Anleihen.
FAQ: Fragen und Antworten zu ING Krypto ETPs
1. Was genau sind Krypto-ETPs?
Krypto-ETPs (Exchange Traded Products) sind Wertpapiere, die den Preis einer oder mehrerer Kryptowährungen abbilden. Sie werden an regulierten Börsen gehandelt und ermöglichen Anlegern, an der Preisentwicklung digitaler Assets teilzunehmen, ohne die Coins selbst kaufen oder verwahren zu müssen.
2. Halte ich als ING-Kunde die tatsächlichen Coins?
Nein. Sie halten die ETPs, die als Schuldverschreibungen vom Emittenten ausgegeben werden. Die physischen Kryptowährungen werden von einem Verwahrer (Custodian) im Auftrag des ETP-Emittenten gehalten.
3. Welche Kryptowährungen sind über die ING handelbar?
Das Angebot umfasst ETPs basierend auf Bitcoin, Ethereum und Solana. Bei Solana sind auch Varianten verfügbar, die Staking-Erträge berücksichtigen.
4. Was bedeutet es, wenn ein ETP „Staking-fähig“ ist?
Staking-fähige ETPs versuchen, zusätzlich zur Wertentwicklung des Basiswerts die Erträge zu inkludieren, die durch das Staking der zugrunde liegenden Kryptowährung (z.B. Solana oder Ethereum nach dem Merge) erzielt werden. Diese Erträge werden in der Regel direkt in den Wert des ETPs reinvestiert oder ausgeschüttet.
5. Muss ich bei der ING einen Wissenstest ablegen, bevor ich Krypto-ETPs kaufe?
Ja, die ING verlangt, dass Kunden einen obligatorischen Wissenstest zu den Risiken und Mechanismen dieser komplexen Anlageprodukte bestehen, bevor sie die Produkte handeln dürfen.
Fazit: Regulierter Zugang – aber kein Freifahrtschein
Der Start der ING Krypto ETPs markiert einen wichtigen Meilenstein für die Akzeptanz digitaler Assets im Mainstream-Finanzwesen. Indem eine Großbank diese Produkte in ihr reguläres Depot integriert, senkt sie die Einstiegshürde erheblich für Millionen von Kunden. Es bietet eine komfortable und steuerlich oft einfachere Lösung, als direkt an dezentralen Börsen zu agieren.
Dennoch dürfen Anleger die Natur dieser Instrumente nicht vergessen. Die Bequemlichkeit, die die ING bietet, löst nicht das fundamentale Problem der Volatilität von Bitcoin, Ethereum und Solana. Anleger müssen sich bewusst sein, dass sie ein Emittentenrisiko eingehen und Managementgebühren zahlen, die die Performance schmälern können. Der regulierte Zugang ist eine Chance, er ersetzt jedoch keineswegs die Notwendigkeit einer gründlichen Risikobewertung.
Quellen: bitget.com, investmentofficer.com, 21shares.com, ing.de,
Focus Keyphrase: ING Krypto ETPs
Meta Description: Die ING Deutschland öffnet ihr Depot für digitale Assets. Erfahren Sie, wie Sie ING Krypto ETPs für Bitcoin, Ethereum und Solana handeln können, welche Risiken bestehen und warum ein Wissenstest nötig ist.


